Planfeststellung zur Südtangente

Erfolg für den VVC. Wie die Stadt Cloppenburg mitteilen musste, müssen die Planfeststellungsunterlagen zum geplanten Bau der Südtangente neu ausgelegt werden.

NWZ vom 27.04.2012

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Artikel der NWZ vom 5.04.2012

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Antwort des VVC an die Ministerin

VVC, Am Sternbusch 23a, 49661 Cloppenburg

Sozialministerin Aygül Özkan

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 2

30159 Hannover

Krebshäufung im Umfeld der Deponie Stapelfeld/Cloppenburg

Ihr Brief vom 5.03.2012

                                                                                                     Cloppenburg, 03. 04. 2012

Sehr geehrte Frau Ministerin,

vielen Dank für Ihr Interesse an den Sorgen der Bevölkerung der Stadt Cloppenburg.

Richtig ist, dass Sie unmissverständlich die signifikante Krebsmortalität herausgestellt haben, denn durch die Mitarbeiter Ihres Ministeriums wurde die Krebsmortalität bisher nicht immer anerkannt (Beiler 2008, NLGA 2008).

Dagegen ist die Aussage von Frau Dr. Zielke: „Eine kausale Begründung für die Erhöhung konnte bisher nicht gefunden werden“ unhaltbar, da trotz aller Bemühungen der Bevölkerung eine Ursachenforschung bisher nicht eingeleitet worden ist.

Das von Frau Dr. Zielke dargestellte Diagnosespektrum wird vom VVC als nicht ausreichend abgelehnt, weil nur der Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie das Multiple Myelom, welches nicht die höchste Übersterblichkeit zeigt, als auffällig herausgestellt worden sind. Zutreffend ist, dass bei den Männern bei 10 Krebsarten (z. B. Darm, Gallenblase/Gallentrakt, Multiples Myelom, Leber, Lunge u. a) und bei den Frauen bei 17. Krebsarten (Bauchseicheldrüse, Brustdrüse, Eierstock, Lunge, Gebärmutter, Leber u. a.) eine Übersterblichkeit vorliegt.

Infolgedessen ist auch das eingeleitete „Postmonitoring“ so nicht ausreichend, da es nicht alle diagnostizierten Übersterblichkeiten berücksichtigt und darüber hinaus wird die „Beobachtung“ nicht die Ursachen der erhöhten Krebsmortalität ermitteln können und darum geht es der Bevölkerung und dem VVC. Wir fordern Sie unmissverständlich auf, die Ursachen der Krebsmortalität im Umfeld der Deponie Stapelfeld/Cloppenburg zu erforschen.

Leider, sehr geehrte Frau Ministerin, geben Sie keine Antwort darauf, warum Ihr Ministerium sich trotz massiver Kritik weiter auf das Gutachten von Herrn Dr. Wollin stützt.

Der VVC hat zwei anerkannte Wissenschaftler gewinnen können, die die Sachlage völlig anders beurteilen: Die Professorin Dr. Irene Witte, Umwelttoxikologin von der Universität Oldenburg, und Professor Dr. med. Rainer Frentzel-Beyme vom Bremer Institut für Präventivforschung und Sozialmedizin, der unter anderem die epidemiologische Forschung am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg aufgebaut sowie die ersten Auflagen des bundesdeutschen Krebsatlas herausgegeben hat sowie auch mehrfach als Gerichtsgutachter gearbeitet hat und arbeitet. Beide Wissenschaftler stufen das Gutachten des NLGA von Herrn Dr. Wollin als „wissenschaftlich in keiner Weise gerechtfertigt“ ein. So sind „in den Deponiegasen krebserregende Stoffe festgestellt worden, die das zusätzliche Lebenszeitrisiko erheblich erhöhen“. Und aufgrund von „Kombinationseffekten“, also wenn einige oder mehrere Stoffe neue hochgiftige Verbindungen eingehen, komme es im Umfeld der Deponie für die Bevölkerung zu einem „deutlich erhöhten Krebsrisiko“. Die Aussagen des Gutachtens seien „im Wesentlichen falsch“ und entsprächen nicht dem Stand des Wissens. Auch dem zuständigen Landesgesundheitsamt seien „offenbar weithin gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse nicht bekannt“.

Daher bleibt die Frage, warum Sie nicht rechtzeitig anerkannte Wissenschaftler zu Rate gezogen haben? Der VVC lehnt daher die Aussage von Frau Dr. Zielke, dass „aus fachlicher Sicht die notwendigen Schritte eingeleitet worden [sind]“ als nicht begründet ab.

Vor diesem Hintergrund ist es für die Bevölkerung und dem VVC durchaus nachvollziehbar, warum Sie der Bevölkerung und dem VVC bisher keinen Gesprächstermin anbieten wollten. Durch das Gutachten von Dr. Wollin und der bisherigen Krisenbewältigung ist eine Inkompetenz deutlich geworden, die es jetzt zu verwalten gilt. Der Mut zur Öffnung und zum Eingestehen von Fehlern, bedingt eine Größe, die Sie, sehr geehrte Frau Ministerin Aygül Özkan und Ihr Ministerium, anscheinend nicht haben.

Wir fordern Sie auf, sich der wissenschaftlichen Diskussion zu stellen und das Gutachten von Dr. Wollin neu bewerten zu lassen. Auch fordern wir Sie auf, die Ergebnisse der Mortalitätsanalysen sofort zu veröffentlichen und dem VVC zur Verfügung zu stellen.

Der VVC bietet Ihnen weiterhin ein Gespräch vor Ort mit der betroffenen Bevölkerung an, damit endlich ein gemeinsames Vorgehen besprochen und eingeleitet werden kann. Die „Beobachtung“ lehnt der VVC als nicht ausreichend ab.

Mit freundlichen Grüßen

Ohne das Fundament einer entsprechenden aussagekräftigen wissenschaftlichen Ursachenuntersuchung, sie liegt trotz Petition und Bemühungen des VVC immer noch nicht vor, ist die Aussage des Ministeriums: „Somit sind aus fachlicher Sicht die notwendigen Schritte eingeleitet worden …“ nicht hinnehmbar.

Der VVC stellt fest, dass die Ministerin Aygül Özkan (CDU) sich nicht der wissenschaftlichen Diskussion stellen wird und auch nicht bereit ist, sich mit der betroffenen Bevölkerung zu treffen.

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